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Donnerstag, 21. August 2014

Emily Lives Loudly

Copyright Carlsen Impress Verlag


Titel: Emily lives loudly

Autor: Tanja Voosen

Verlag: Carlsen Impress Verlag

Format: ePub

ISBN:  978-3-646-60072-8

Seiten: 340











Klischees. Nirgendwo tauchen sie mehr auf, als in der Liebe. Das weiß auch Emily, als sie für ihren Film genau das Thema, nämlich Liebe, vorgesetzt bekommt. Ein Film, der ihr den Weg für die Zukunft ebnen soll. Ihr Traum ist es eine Filmschule zu besuchen. Und wenn man sich schon die Klischees zur Brust nimmt, dann doch bitte das Paradebeispiel: Verliebe dich in den besten Freund deines großen Bruders. Das hat Emily vor. Mit sich in der Hauptrolle. Den Werdegangs ihres Film hält sie für sich und die Nachwelt auf ihrem Blog „Emily lives loudly“ fest.
Ziemlich schnell muss Emily feststellen, dass Klischees nicht immer so klischeehaft verlaufen und vor allem, dass Geheimnisse immer ans Licht kommen. Ob man sie ganz tief in sich verbirgt oder nicht.

Ganz ohne Gewissensbisse kann man von Tanja Voosens Buch behaupten, dass es nur so vor Klischees trotzt. Das schöne daran? Es ist gewollt.
Auf die humorvolle Art und Weise tauchen wir in die „laute Welt“ von der 17-jährigen Emily ein. Damit ihr Wunsch die Filmschule zu besuchen doch noch wahr werden kann, muss ein Film mit Herz und Realismus muss her. Zwei Dinge, die sich auf den ersten Blick kaum vereinbaren lassen. Vor allem für Emily, die sich nicht nach dem Ritter in der schimmernden Rüstung sehnt, sondern das Leben nimmt, wie es gerade kommt. Sie ist sehr selbstbewusst und weiß was sie will. Sie beherrscht Sarkasmus fließend und lässt das auch sehr gerne immer mal mit einfließen. Dabei hatte ich nicht das Gefühl, dass Ironie und Sarkasmus „too much“ sind, sondern passend.
Besonders, wenn Emily auf den Bad Boy Austin trifft, fliegen verbal gesehen die Fetzen. Es macht unheimlichen Spaß, die Schlagabtäusche der beiden zu lesen. Das ein oder andere mal musste ich mehr als nur schmunzeln.
Erzählt wird das Buch in der Ich-Form, nämlich von Emily höchstselbst, die ihre Geschichte für die Leser ihres Blogs niedergeschrieben hat. Passenderweise ist es sehr umgangssprachlich gehalten. Dadurch kommt es glaubwürdig rüber, aber es lässt sich zudem auch noch wunderbar flüssig und leicht lesen. Ich bin nur so durch die Seiten geflogen, weil mir das ganze Konzept einfach wahnsinnig gefallen hat.

Emily konnte mich als Protagonistin überzeugen. Vom Fleck weg war sie mir sympathisch. Unter anderem aus dem Grund, weil sie sich von den „normalen“ Protagonistinnen abzeichnet. Sie verfällt nicht in grenzenloses Schwärmen, sobald ihr Objekt der Begierde, nämlich Brick, der beste Freund ihres Bruders in ihrer Nähe auftaucht, sondern betrachtet die Liebe eher pragmatisch. Vor allem ist die Liebe in erster Linie für sie ein Projekt.
Wer mein Herz direkt erobert hat, und ich weiß das geht nicht nur mir so, ist Austin. Der sogenannte Bad Boy der Geschichte. Er hat ein wenig Dreck am Stecken, immerhin fälscht er Ausweise und geht auch sonst nicht unbedingt immer den legalen Weg. Er ist so herrlich selbstverliebt und komplett von sich überzeugt, dass man bei seiner Arroganz eigentlich das kotzen kriegen müsste. Doch er ist es auf eine witzige Art, die man einfach lieben muss.
Auch Parker, Emilys Bruder und Brick, die beide auf die ein oder andere Weise einen großen Teil in Emilys Leben einnehmen, mochte ich sehr. Sie sind das komplette Gegenteil von Emily und Austin und dienen ein wenig als Ruhepol, damit es von der Stärke der Charaktere nicht zu übermächtig wird. Andere Randcharaktere, wie zum Beispiel Ems Freundinnen Bryn und June bleiben leider etwas blass. Zwar haben sie ihre Auftritte, aber sie verschwinden hinter den 4.

Überrascht hat mich die Wendung, die das Buch im Verlauf annimmt. Sicherlich, ist von dunklen Geheimnissen die Rede, dennoch nimmt die Ernsthaftigkeit eben dieser Geheimnisse zum Schluss die Haupthandlung ein, ohne den Witz zu verlieren. Tanja Voosen schafft es den schmalen Grat zwischen Humor und Unterhaltung und den ernsteren Themen, die in diesem Buch noch aufwarten, zu halten. Eine gekonnte Harmonie herrscht zwischen den Angelegenheiten.

Optisch gesehen würde ich „Emily lives loudly“ direkt in der Buchhandlung in die Hand nehmen. Es spricht mich an, weil es sich durch die Gestaltung, die das Blogthema aufgreift, abhebt und einem sofort ins Auge sticht.

Wenn ihr ein unterhaltsames Buch mit authentischen und starken Charakteren sucht, dann seid ihr mit „Emily lives loudly“ wirklich sehr gut beraten. Das Buch macht unheimlich Spaß, verliert aber auch nicht den Ernst der Lage, wenn es, z.B. um das große Geheimnis geht. 




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